Spiel mit dem Tod

Spiel mit Gevatter Tod

Das Spiel mit dem Tod hat mindestens zwei ikonographische Wurzeln. Da sind erstens die alten Vanitasdarstellungen, das memento mori, in denen Totenschädel und Karten und/oder Würfel auf die Vergänglichkeit des menschlischen Strebens nach Glück und Erfolg verweisen.

Davon ausgehend wird der Tod als symbolische Figur zu einem Art Negativbild von Fortuna. So wie die rollenden Würfel Fortunas Gunst anzeigen, so verkünden sie im Spiel mit dem Tod Verhängnis und Ende. Da gibt es kein Entkommen. Jeder, der sich auf ein Spielchen mit Gevatter Tod einlässt kann nur verlieren.

Aber gerade hier liegt auch der Reiz mancher Darstellungen. Denn es zeugt schließlich von gewaltigem Mut, geradezu von Unverfrorenheit, sein Schicksal durch ein solches Wagnis herauszufordern.




Würfelspiel mit dem Tod

Stich der Barockzeit. Typische Vanitasdarstellung. Der Mensch versucht vergeblich sein Glück. Letzten Endes siegt Gevatter Tod immer.




Ancient Mariner

Illustration von Gustave Doré zu der Ausgabe "The Rime of the Ancient Mariner" von 1876.




A. Paul Webers Schachbilder

Der deutsche Künstler A. Paul Weber hat eine ganze Reihe von Lithografien mit Schachmotiven entworfen, mit teilweise ironisch-witzigem aber auch fantastisch-alptraumhaftem Inhalt. Sehr oft handelt es sich um historisch-symbolische Anspielungen. Und in einigen spielt eben auch der Tod mit.


Hier spielen Tod und Teufel; dabei ist es wohl egal, wer schließlich gewinnen wird. Es geht wohl mehr um die Menschen, die auf dem Spielbrett geopfert werden.


Napoleon spielt hier zwar mit dem Russischen Winter, aber dennoch ist eindeutig der Tod gemeint. So sehr sich der groß,e Feldherr und Stratege auch anstrengen mag, diese Partie ist sicher verloren.




Poker mit dem Tod

Comic Cover aus den Füfzigern. Ein sicher äßerst verwegener Bursche hat sich mit dem Tod und einigen anderen seltsamen Gestalten auf ein Spiel eingelassen. Am Ausgang gibt es wohl keinen Zweifel.




Das siebente Siegel

Das Spiel mit dem Tod ist das sozusagen das Leitmoriv in dem Film "Das siebente Siegel" (1957) von Regisseur Ingmar Bergman. Ein vom Kreuzzug heimkehrender Ritter spielt Schach mit dem Tod und kann sich diesem lange erfolgreich widersetzen. Letzten Endes muss jedoch auch er seine Niederlage akzeptieren. Es gelingt ihm aber durch einen Trick, die Aufmerksamkeit des Todes etwas abzulenken, wodurch ein paar seiner Begleiter entkommen können.




Höllenmaschine in Space Quest

Manche erinnern sich vielleicht noch an das Uraltspiel Space Quest. Hier musste man sich sein Geld in einer schäbigen Kneipe an einer teuflischen Slot Machine verdienen.


Na ja, und manchmal ging das eben schief. Wenn die drei Totenköpfe erschienen mit der Ansage "You lose, Homeboy!", kam kurz darauf ein tödlicher Laserstrahl. Da wars schon gut, wenn man vorher gespreichert hatte.




Retro Pulp

Ein Retro Pulp Cover von dem Künstler Aly Fell. Ein coole Blondine hat die Kanone, aber er hält die Karten und spielt ... den Tod.