Das Pokerspiel

Poker: neu und populär

Obwohl man annehmen kann, dass Poker ältere Vorgänger wie das irische "Poca" oder das französische "Poque" hat, hat sich seine aktuelle Form erst im frühen 1900 Jahrhundert in den USA entwickelt. Dort verbreitete es sich entlang des Mississippi und hatte als frühe Hochburg New Orleans.

Wie wohl wenig andere Spiele war Poker von Anfang an typisch für die arbeitenten Schichten, das einfache Volk und natürlich vor allem die Männer. Poker wurde das Spiel für Goldschürfer, Eisenbahnarbeiter und Cowboys. Man brauchte mehr starke Nerven, als mathematische Berechnungen und komplizierte Strategien; außerdem war das Glück natürlich auch von sehr großer Bedeutung.

In der bildenden Kunst sind die Darstellung von Poker deshalb lange auf die USA beschränkt. Unter den hunderten von Bildern europäischer Kunst, auf denen Glücksspiele thematisiert werden, findet sich kaum eines mit Pokerspielern. In den USA war Poker jedoch auch in der Kunst sehr schnell beliebt um Saloonszenen entsprechend zu dekorieren. Später mit dem Aufkommen der Pulpmagazine war sicher kein Spiel so populär wie Poker um die Welt von echten harten Kerlen zu illustrieren.

Im Film, der ja wesentlich in den USA produziert wurde, war Poker sozusagen von Anfang an dabei um der Welt der Cowboys, Gangster aber auch von Arbeitern Ambiente zu verleihen. Weit mehr noch als andere Glücksspiele dient Poker dabei zunehmend als ein Symbol für das Refugium einer echt männlichen Welt.




Wild West

Duell im Saloon von dem amerikanischen Maler William Robinson Leigh (1866-1955). Ein typische Westernszene, in der das Pokerspiel wahrscheinlich der Auslöser der Schießerei war.



Coolidges Pokerhunde

Ein Freund in Not (1903) aus der berühmten Serie von Cassius Marcellus Coolidge. Coolidge produzierte eine ganze Serie dieser Hunde, die Poker spielen.
Hier lässt einer seinem "Freund in Not" unter dem Tisch ein Ass zukommen.



Pulpcover



Drei Cover von amerikanischen Pulps. Ob im Wilden Westen oder der coolen Welt modernen Glücksspiels, man spielt einfach Poker.



Deutsche Pulpmagazine


Mit der Trivialliteratur hat Poker auch endlich seinen Einzug in die europäische Ikonographie gehalten. Hier zwei Cover deutscher Horrormagazine. Wenn es hart auf hart kommt, oder gar der Teufel mit am Tisch sitzt, wird heutzutage natürlich gepokert.



Western Comic

Auch der Western Comic ist ohne Poker kaum vorstellbar. Lucky Luke und seine Gegner spielen Poker; letztere natürlich falsch.



Die Poker Pastete

Designing Woman (1957) ist eine romantische Kommödie mit Lauren Bacall und Gregory Peck. Bacall ist eine elegante Modedesignerin; Peck dagegen ein harter etwas grober Sportreporter. Nach ihrer vorschnellen Hochzeit wird die Pokerrunde schnell zum letzten männlichen Refugium, das jedoch zunehmend bedroht wird. Die von Bacall naiv produzierte Poker Pastete findet Peck nun wirklich das Allerletzte.



Der Clou

Paul Newman in "Der Clou" (1973). Newman ist hier der Prototyp des individuellen Abenteurers und Schlitzohrs, der durch nichts einzuschüchtern ist. Obwohl er natürlich in praktisch allen Glücksspielen bewandert ist, findet er echte Entspannung nur beim Poker.



Von Baccarat zu Poker


In dem Film Casino Royale (2006) muss James Bond (Daniel Craig) den Erzschurken Le Chiffre in einem Pokerspiel in Montenegro besiegen. Dabei ist vor allem zu beachten, dass Bond und Le Chiffre in der Romanvorlage und in früheren Verfilmungen Baccarat spielen. Erst in dieser Neuverfilmung wechselt man zum Poker. Man kann darin sicher die Assimilierung des einst britischen Bond durch den amerikanischen Markt sehen. Es ist aber auch ein Indiz für die rasant gewachsene Popularität des Spiels.



Designer Christian Wahi